SCHULFREI

Tanzt der Peter auf der Bank:

„Unsre Lehrerin ist krank!“

,Und der Hannes schreit: „Herrje!

Tut ihr denn die Kehle weh?“

„Welche Freude, welches Glück!“

ruft der Lulatsch Oskar Dick.

„Wär, die Anna-Wana krank

etwa einen Monat lang –

prima …

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NIE IM LEBEN

Ich hab keine Zeit

zum Spielen,

muss ja in die Schule gehen!

Meine Spielsachen,

die vielen,

traurig in der Ecke stehen.

*

Ach, die Puppe Adelheit

tut mir recht von Herzen Leid.

Nie mehr im Leben

kann ich sie hergeben.…

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UNTERWEGS

Die  Jahre  fliehn.

Mit  jedem Tag

wird mein Lebensfaden kürzer.

Beharrlich schiebe ich

das Laufrad Alltag

über die Ruinen meiner Träume

und merke unterwegs –

Immer teurer werden mir

die Augenblicke

und das Lichtspiel an der Wand.

Stärker wird die …

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NACH WESTEN

Ich verlasse die Freunde,

verlasse die Feinde.

Ein trockener Grashalm,

treibt mich der Wind

und wirft mich hinein

in brausende Wogen.

Ein mächtiger Strom,

der im Osten beginnt.

Nach Westen, nach Westen

strömen die Wogen

und spülen ans Ufer

manch …

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ALLES VERGESSEN

Wir waren uns sicher
und dachten vermessen:
Nichts wird vergessen
und niemand vergessen.

Die Garben der Freundschaft,
die wir gebunden,
werden von finsteren
Mächten geschunden.

Ringsumher wuchern
Disteln und Nesseln:
Alles vergessen und –
alle vergessen.

            *      *      *…

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DAMEN UND HERREN

Und wieder konnten wir

die Wirklichkeit verzerren.

Die früheren Genossen

wurden schnell zu Herren.

Nun blühen Schieberei

und geistiger Zerfall

zwischen Wort und Tat,

zwischen Schall und Hall.

Man sagt: Das ist nicht neu,

es war auch gestern so.

Wozu …

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ALLES HAT SICH GEÄNDERT

Alles hat sich geändert
und ändert sich weiterfort.
Wandlungen unterworfen,
schweigt das geträumte Wort.
Eingeknickt ist das Leben

im riesen großen Land.
Lichtverheißende Zukunft –
geahnt und nie gekannt.
Losungen und Versprechen
erwiesen sich als Humbug.
Aus dieser wirren Geschichte…

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BEWUNDERER DER SONNE

Urenkel, ihr werdet staunen
über vergilbten Folianten.
Neunzehnhundertvierzehn.
Neunzehnhundertsiebzehn.
Neunzehnhundertdreiunddreißig.
Neunzehnhunderteinundvierzig…
Wie konnte man leben
in solchen Zeiten?
Millionen fielen in Kriegen.
Millionen wurden verleumdet,
erschossen, ermordet, vergast…
Abschiedlich sahen sie
Baumkuppen winken

und Tauperlen schimmern im Gras…
Aber wir …

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