HEIMISCHE FLUREN

Im Schatten der Disteln

zirpen die Grillen.

über das Feld läuft

ein rosiges Füllen.

Die silberne Mähne

flattert wie Flügel,

das samtene Mäulchen

kennt keine Zügel.

Gierige Habichte

kreisen im Blauen,

nach Kornblumen duften

die Wiesen und Auen.

Lebendige Quellen …

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ZEITENLAUF

Friedrich Schiller prägte einst die Zeile:

Im engen Raum verengert sich der Sinn.

Die Zeit vergeht.

Die Zeit hat keine Weile.

Ohne Halt jagt sie dahin.

Es lässt sich zweifach deuten,

wenn man im Volke spricht:

Wo große Glocken läuten,…

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ZU ZWEIT

Nie war mein Leben sonntäglich.

Der Werktag war mir endlos teuer.

Ich hinterließ nie Sternenlicht –

nur Abglanz eines stillen Feuers.

Feierlich gedehnt,

trug ich meine Verse

den Leuten vor

in stillen Abendstunden.

Hörte man mir mitbeteiligt zu,

hatte ich …

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ICH GEH

Jelabuga.

Jelabuga.

Schon lang ists her,

als dies geschah:

Aus einem kleinen stillen Haus

ging eine Frau zur Tür hinaus

und suchte mit erstarrtem Blick

nach einem Haken,

einem Strick.

Sie war am Ende ihrer Kraft,

hat sich entschlossen aufgerafft…

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BÜCHER

Ich revidiere meinen Bücherschrank.

Die Zeiten ändern sich

wie auch der Wert der Bücher.

Was lieb und teuer war

und unentbehrlich,

wirkt heute überholt,

veraltet und verblichen.

Dieser Autor muss den Thron verlassen,

jener dudelt umgestellte Weisen.

Ihre schleppenden Romane…

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KINDER

O Passionen der Kinder

von ehrlicher Offenheit,

von wahrem Glauben nicht minder

und Freudentränen und Leid.

Sie kommen im Nu geflogen

und stürmen rauschend vorbei.

Nichts ist gefälscht und gelogen

und alles ist Zauberei.

Aufs eigene Ich verzichten,

ohne Bedauern …

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DER ZWEITE TAG

Die Wolga wird fließen

wie früher.

Drehen wird sich die Erde,

die Sonne wird scheinen

und leuchten werden die Sterne

wie früher.

Wie aber soll ich leben,

seit ich gelesen die Zeilen,

von kindlicher Hand geschrieben:

„Erster Tag. Vater gestorben.…

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